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Norbert Leipert
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    Gedanken zum Jahreswechsel.

    Es ist der 6. Januar 2026, der Tag des Dreikönigsfestes. Ich genieße das Tripelkonzert von Ludwig van Beethoven und bedanke mich für die vielen Wünsche zum neuen Jahr, die ich von Freunden, Bekannten, ehemaligen Mitarbeitern und Geschäftsfreunden erhalten habe. Wie jedes Jahr geht es bei diesen Wünschen stets um Frieden, Wohlergehen, Gesundheit und ein langes Leben. Wenn ich dann an meine persönlichen Wünsche denke, frage ich mich, auf welche Veränderungen wir uns einstellen und welche Vorbereitungen wir dafür treffen müssten. Ich lasse meinen Gedanken freien Lauf und konzentriere mich auf das, was mir mein innerer Helfer dazu sagt.

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    19. Januar 2026/von Norbert Leipert
    https://norbertleipert.de/wp-content/uploads/2024/12/Norbert-Leipert-300x107.png 0 0 Norbert Leipert https://norbertleipert.de/wp-content/uploads/2024/12/Norbert-Leipert-300x107.png Norbert Leipert2026-01-19 09:32:372026-07-14 12:06:20Gedanken zum Jahreswechsel.
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    Neuanfang

    Unser Neuanfang in der durch den Krieg zerstörten Stadt Pforzheim war alles andere als einfach. Nicht nur meine Familie hatte schwer ums Überleben zu kämpfen, auch viele Bekannte, die wie wir aus dem Sudetenland vertrieben worden waren, teilten dieses schwere Schicksal. Wir lebten in den Trümmern einer nahezu vollständig zerbombten Stadt, in der Mangel und Not unser Dasein bestimmten. Viele Sudetendeutsche trugen nach wie vor die alte Heimat im Herzen und hofften immer noch darauf, irgendwann dorthin wieder zurückkehren zu können. Ihr Heimweh spürte ich ganz besonders bei den Treffen der vertriebenen Sudetendeutschen in Ludwigsburg, wo sie sich intensiv und häufig unter Tränen über Erinnerungen an die alte Heimat austauschten und ihre schwierigen ersten Schritte in der zugeteilten neuen Heimat in Baden-Württemberg beklagten. Die meisten, darunter auch meine Familie, fühlten sich von der Politik im Stich gelassen. Sie sahen sich als Spielball mächtiger Politiker und hatten nach wie vor Angst vor der Zukunft. Hinzu kam, dass sie sich von der einheimischen Bevölkerung nicht angenommen fühlten. Beschimpfungen wie Rucksack-Deutsche oder Sau-Flüchtlinge machten noch nach Jahren die Runde.

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    13. Dezember 2025/von Norbert Leipert
    https://norbertleipert.de/wp-content/uploads/2024/12/Norbert-Leipert-300x107.png 0 0 Norbert Leipert https://norbertleipert.de/wp-content/uploads/2024/12/Norbert-Leipert-300x107.png Norbert Leipert2025-12-13 12:05:412026-01-19 09:38:37Neuanfang
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    Lehrjahre sind keine Herrenjahre

    Im Alter von 13 Jahren haben mich die Umstände des Lebens aus meiner Kindheit gerissen. Ich musste nach dem ausdrücklichen Willen meiner Mutter einen technischen Beruf erlernen, obwohl mir das nicht lag. Ich hatte jedoch keinerlei Mitspracherecht. Auch wenn ich immer wieder beteuerte, dass mich Elektrotechnik nicht interessiere und ich diesen Beruf nicht erlernen wolle, wurde ich von meiner Mutter massiv gedrängt, diese dreijährige Lehrzeit zu beginnen, damit ich einen soliden Berufsabschluss habe, wie sie sagte. Der Gedanke, diese Lehre anzutreten stimmte für mich überhaupt nicht. Ich wurde gezwungen, einen Beruf zu erlernen, der nicht zu meinen Vorstellungen passte. Doch es blieb mir nichts anderes übrig, als meine unguten Gefühle hintenan zu stellen und mich dem Druck meiner Mutter zu beugen. Vielleicht habe ich diese Lehre meiner Mutter zuliebe begonnen, vielleicht war es auch aus Angst vor Schlägen, sollte ich mich weigern. Ich war halt ständig auf der Suche nach Anerkennung, Lob und Streicheleinheiten.

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    16. November 2025/von Norbert Leipert
    https://norbertleipert.de/wp-content/uploads/2024/12/Norbert-Leipert-300x107.png 0 0 Norbert Leipert https://norbertleipert.de/wp-content/uploads/2024/12/Norbert-Leipert-300x107.png Norbert Leipert2025-11-16 01:00:452026-01-19 09:38:47Lehrjahre sind keine Herrenjahre
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    Schlaraffia

    Nachdem ich mein 40. Lebensjahr überschritten hatte und die von mir gegründete Ingenieurgesellschaft seit Jahren erfolgreich und etabliert am Markt agierte, wurde ich von Vertretern des örtlichen Rotary Club sowie des örtlichen Lions Club angesprochen, ob ich Mitglied werden möchte. Von beiden Seiten wurde mir mitgeteilt, dass ich von meiner beruflichen und persönlichen Qualifikation her in ihre Clubgemeinschaften passen würde. Ich erbat mir Bedenkzeit, da ich mich mit den Zielen der Clubs vertraut machen wollte. Während dieser Bedenkzeit wurde ich unverhofft von einem langjährigen Mitglied der Schlaraffia Porta Hercyniae in Pforzheim, Herrn Wolfgang Leppert, angesprochen, ob er mein Interesse wecken könne, der Schlaraffia beizutreten. Er erklärte, dass seine Frau mich empfohlen hätte, die mich, wie er sagte, bei einem Seminar in englischer Sprache als humorvollen Menschen kennen gelernt habe.

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    9. Oktober 2025/von Norbert Leipert
    https://norbertleipert.de/wp-content/uploads/2024/12/Norbert-Leipert-300x107.png 0 0 Norbert Leipert https://norbertleipert.de/wp-content/uploads/2024/12/Norbert-Leipert-300x107.png Norbert Leipert2025-10-09 09:25:032026-01-19 09:38:56Schlaraffia
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    Brötzinger Schule

    Nachdem wir im Dezember 1953 von Rohrbach bei Sinsheim nach Pforzheim umgesiedelt waren, wurde ich umgehend in der Brötzinger Volksschule in Pforzheim in die vierte Klasse eingeschult. Mein Klassenlehrer war bis zum 28. März 1958 Herr Kraft. Er bekam von uns den Spitznamen „Schnorchel“, weil er beim Atmen und vor allem beim Sprechen sehr laut die Luft einsog. Herr Kraft war circa 50 Jahre alt und ganz offensichtlich mit dieser großen Klasse von 45 Mädchen und Buben total überfordert. Auch hatte nicht nur ich  den Eindruck, dass er unter den Folgen des 2. Weltkrieges, vor allem der Bombardierung und Zerstörung von Pforzheim, sehr gelitten hat. In unserem Klassenzimmer befand sich neben der Tafel ein Spind, in dem Herrn Krafts Mantel hing, und in welchem er auch seinen Bambusstock deponiert hatte. Diesen Bambusstock benutzte er sehr häufig und schlug damit bei jeder sich bietenden Gelegenheit auf mich und meine Klassenkameraden ein. Mit uns Buben aus dem Sudetenland hatte er ein besonderes Problem. Ich hatte zunehmend den Eindruck, dass wir die Schläge nicht nur wegen eines Fehlverhaltens unsererseits bekamen, sondern vor allem, weil es ihm eine gewisse Genugtuung bereitete, uns zu quälen. Ja, ich hatte oft das Gefühl, dass es ihm geradezu Freude machte, mich zu erniedrigen. Dabei hatten wir Kinder aus dem Sudetenland es durch die Vertreibung und das jahrelange Leben, als widerwillig Geduldete im Dorf – in meinem Fall in Rohrbach – doch ohnehin schon sehr schwer. Und auch innerhalb der Familie standen wir immer erst an zweiter Stelle. Wir mussten die Hände auf den Tisch legen, wenn Erwachsene am Tisch saßen und sich unterhielten, durften wir erst sprechen, wenn die Erwachsenen uns dies erlaubt hatten. Diese damals üblichen rigiden Erziehungsmethoden schienen meinem Klassenlehrer Herr Kraft in die Karten zu spielen. Mein damals schon sehr ausgeprägtes Minderwertigkeitsgefühl wurde während meiner Schulzeit in Brötzingen nur noch weiter ausgebaut und gefestigt.

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    16. September 2025/von Norbert Leipert
    https://norbertleipert.de/wp-content/uploads/2024/12/Norbert-Leipert-300x107.png 0 0 Norbert Leipert https://norbertleipert.de/wp-content/uploads/2024/12/Norbert-Leipert-300x107.png Norbert Leipert2025-09-16 13:18:032026-01-19 09:39:06Brötzinger Schule
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    Eine Träne in meinem Unterbewusstsein

    Wie ich bereits in einem meiner vorherigen Blogs ausgeführt habe, besuche ich häufig während einer Meditation mein Unterbewusstsein. Dort habe ich eine Art inneres Labor eingerichtet, in welchem ich seit vielen Jahren immer wieder Lösungen für Probleme gefunden und auch Glück und Entspannung erfahren habe. In diesem inneren Labor bearbeite ich mein bisheriges Leben, um daraus Antworten für die Gegenwart zu finden. Diesen Austausch mit meinem Unterbewusstsein praktizierte ich in früheren Jahren nahezu täglich. Inzwischen besuche ich mein Labor nur noch zwei bis dreimal pro Woche, nur in Zeiten des Glücks oder auch der Traurigkeit suche ich mein Labor täglich auf.

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    17. August 2025/von Norbert Leipert
    https://norbertleipert.de/wp-content/uploads/2024/12/Norbert-Leipert-300x107.png 0 0 Norbert Leipert https://norbertleipert.de/wp-content/uploads/2024/12/Norbert-Leipert-300x107.png Norbert Leipert2025-08-17 12:47:202026-01-19 09:39:21Eine Träne in meinem Unterbewusstsein
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    Ankunft in Pforzheim

    Im Dezember 1953 war es endlich soweit. Meine Familie bekam den Bescheid, dass wir nach Pforzheim umziehen konnten. Ich war froh, endlich aus Rohrbach herauszukommen. Wir waren hier ja sowieso nicht willkommen und schon gar nicht beliebt. Mit meinen inzwischen neun Jahren hatte ich bis dahin nur das dörfliche Leben in Rohrbach kennen gelernt, das ich im Grunde nur verlassen habe, wenn ich ins Krankenhaus nach Sinsheim musste oder wenn wir sonntags zu Fuß zum katholischen Gottesdienst ins benachbarte Steinsfurt gelaufen sind. Man kann sich vorstellen, dass ich diesen Fußmarsch nur widerwillig zurücklegte.

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    4. August 2025/von Norbert Leipert
    https://norbertleipert.de/wp-content/uploads/2024/12/Norbert-Leipert-300x107.png 0 0 Norbert Leipert https://norbertleipert.de/wp-content/uploads/2024/12/Norbert-Leipert-300x107.png Norbert Leipert2025-08-04 13:29:282026-01-19 09:39:33Ankunft in Pforzheim
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    Mein Großvater

    Mein Großvater Franz Xaver Leipert wurde am 3. Dezember 1876 in Wien geboren, gestorben ist er am 11. August 1961 in Pforzheim, Baden-Württemberg. Seine ersten Jahre verbrachte er in Österreich, er war Musiker und Dirigent, später siedelte er in das Sudetenland über. Er wusste was Krieg bedeutet, denn er diente als K.u.K. Soldat im Ersten Weltkrieg. Am 15. Mai 1915 war er zum Heeresdienst einberufen worden und hatte nach erfolgter militärischer Ausbildung ruhmreichen Anteil am Feldzug gegen Russland. Er kämpfte in Odessa am Schwarzen Meer, an der serbischen Front bei Belgrad, in Montenegro sowie in Griechenland bei Saloniki. Im November 1918 wurde er mit Ehrungen und Auszeichnungen aus dem Heeresdienst entlassen.

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    11. Juli 2025/von Norbert Leipert
    https://norbertleipert.de/wp-content/uploads/2024/12/Norbert-Leipert-300x107.png 0 0 Norbert Leipert https://norbertleipert.de/wp-content/uploads/2024/12/Norbert-Leipert-300x107.png Norbert Leipert2025-07-11 12:54:252026-01-19 09:39:42Mein Großvater
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    Der Bub ist unmusikalisch!

    Meine Vorfahren waren sehr musikalisch. In den Familien in unserem Ort wurde bei jeder sich passenden Gelegenheit musiziert. Mein Großvater,1876 in Wien geboren, arbeitete hauptsächlich als Dirigent und beherrschte mehrere Instrumente. Es gelang ihm, seine Geige bei der Vertreibung mitzunehmen. Neben der Geige konnte er auch Tuba und Trompete spielen, was er auch nach der Vertreibung in verschiedenen örtlichen Vereinen gemacht hat. In diesen Vereinen war er sehr begehrt und anerkannt, denn er hatte ein umfangreiches, musikalisches Wissen. Zu Hause spielte er nur auf seiner Geige, ich hörte ihm als Kind immer sehr fasziniert zu.

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    23. Juni 2025/von Norbert Leipert
    https://norbertleipert.de/wp-content/uploads/2024/12/Norbert-Leipert-300x107.png 0 0 Norbert Leipert https://norbertleipert.de/wp-content/uploads/2024/12/Norbert-Leipert-300x107.png Norbert Leipert2025-06-23 10:22:052026-01-19 09:39:52Der Bub ist unmusikalisch!
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    Meine erste Begegnung mit Amerikanern

    Nachdem der lange Zug mit den Vertriebenen aus dem Sudetenland endlich in Deutschland angekommen war, atmeten wir alle auf. Am Grenzübergang in Furth im Wald wurden wir sehr freundlich von den Amerikanern empfangen. In diesem Moment dachte niemand an die schreckliche Zeit, die hinter allen lag. Insbesondere nicht an die sexuellen Übergriffe der vergangenen Monate gegenüber den Mädchen und Frauen. Doch auch die amerikanischen Soldaten waren nicht nur sehr hilfsbereit und nett, insbesondere zu den Mädchen und Frauen, sie machten keinen Hehl daraus, dass auch sie ihre sexuellen Bedürfnisse hätten. Meine Mutter stellte sich oft schützend vor die jungen, hilflosen Frauen, denen die Amerikaner aus dem Zug halfen. Und mein Großvater stellte sich wiederum schützend vor meine Mutter, und vor unsere 14-jährige Vera, unserem Waisenkind, die zu unserer Familie gehörte. Dieser Schutz war insbesondere bei der sogenannten Entlausung in den großen Gemeinschaftsduschen notwendig.

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    14. Juni 2025/von Norbert Leipert
    https://norbertleipert.de/wp-content/uploads/2024/12/Norbert-Leipert-300x107.png 0 0 Norbert Leipert https://norbertleipert.de/wp-content/uploads/2024/12/Norbert-Leipert-300x107.png Norbert Leipert2025-06-14 20:39:312026-01-19 09:40:01Meine erste Begegnung mit Amerikanern
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