Meine Sicht auf die Geschichten die das Leben geschrieben hat

Als ehemaliger Inhaber eines Ingenieurbüros in Pforzheim bringt Norbert Leipert nicht nur fundiertes technisches Wissen, sondern auch eine zukunftsweisende Denkweise mit. Seine Arbeit fokussiert auf innovativen Lösungen, die den Anforderungen einer modernen, sich ständig weiter entwickelnden Welt gerecht werden. Gleichzeitig sieht er es als seine Aufgabe, die jüngere Generation zu fördern, indem er seine Lebensweisheiten und beruflichen Erfahrungen mit jungen Menschen teilt. Mit einem klaren Blick für Details, einem Gespür für Effizienz und einer besonderen Leidenschaft für die Vermittlung von Wissen setzt er neue Maßstäbe in der heutigen Zeit.

Es ist Sonntag, der 1. Juni 2025. In den Medien wurde über den Brünner Todesmarsch vor 80 Jahren berichtet und im öffentlichen Fernsehen kamen noch lebende Zeitzeugen zu Wort. Dieser Todesmarsch war dem NS-Regime geschuldet, aber auch der Hassrede, die Edvard Benesch am 13. Mai 1945 in Brünn auf dem Rathausbalkon gehalten hatte. Diese Rede war der Auftakt eines großen Dramas, der kollektiven Vertreibung der deutschen Bevölkerung. Der von Benesch entfachte Hass richtete sich auch gegen Unschuldige. Deutsche wurden als Untermenschen gebrandmarkt. Sie waren vogelfrei und konnten nach Belieben verletzt, beraubt und vergewaltigt werden. Diese schlimmen Zustände zeigen auf, was gezielt geschürter Hass anrichten kann. Es wurde auch von ethnischer Säuberung gesprochen.

Es ist Ostermontag im April 2025. Ich sitze auf einer Hotelterrasse auf Teneriffa, genieße den strahlenden Sonnenschein und denke in großer Dankbarkeit über mein Leben nach und die Erfahrungen, die ich sammeln durfte.

Der Herbst 1946, also das Jahr unserer Vertreibung, neigte sich dem Ende, und der Winter stand vor der Tür, da kam eines Tages meine Mutter mit einer lebenden Gans nach Hause. Woher sie das Federvieh hatte und was sie dafür eingetauscht hatte, weiß ich nicht. Jedenfalls lebte diese Gans fortan bei uns in der Wohnstube. Jeden Abend kniete meine Mutter über sie und schob ihr mit Gewalt Maiskörner in den Schnabel. Es war eine schlimme Tierquälerei, doch sie zeigte Erfolg. Die Gans wurde fett und nur das war für uns wichtig. Denn so kamen wir an Weihnachten in den Genuss eines Gänsebratens wie in der Heimat. Und wir Kinder hatten noch bis Ostern das fette Gänseschmalz auf unseren Broten.