Meine Sicht auf die Geschichten die das Leben geschrieben hat

Als ehemaliger Inhaber eines Ingenieurbüros in Pforzheim bringt Norbert Leipert nicht nur fundiertes technisches Wissen, sondern auch eine zukunftsweisende Denkweise mit. Seine Arbeit fokussiert auf innovativen Lösungen, die den Anforderungen einer modernen, sich ständig weiter entwickelnden Welt gerecht werden. Gleichzeitig sieht er es als seine Aufgabe, die jüngere Generation zu fördern, indem er seine Lebensweisheiten und beruflichen Erfahrungen mit jungen Menschen teilt. Mit einem klaren Blick für Details, einem Gespür für Effizienz und einer besonderen Leidenschaft für die Vermittlung von Wissen setzt er neue Maßstäbe in der heutigen Zeit.

Unser Neuanfang in der durch den Krieg zerstörten Stadt Pforzheim war alles andere als einfach. Nicht nur meine Familie hatte schwer ums Überleben zu kämpfen, auch viele Bekannte, die wie wir aus dem Sudetenland vertrieben worden waren, teilten dieses schwere Schicksal. Wir lebten in den Trümmern einer nahezu vollständig zerbombten Stadt, in der Mangel und Not unser Dasein bestimmten. Viele Sudetendeutsche trugen nach wie vor die alte Heimat im Herzen und hofften immer noch darauf, irgendwann dorthin wieder zurückkehren zu können. Ihr Heimweh spürte ich ganz besonders bei den Treffen der vertriebenen Sudetendeutschen in Ludwigsburg, wo sie sich intensiv und häufig unter Tränen über Erinnerungen an die alte Heimat austauschten und ihre schwierigen ersten Schritte in der zugeteilten neuen Heimat in Baden-Württemberg beklagten. Die meisten, darunter auch meine Familie, fühlten sich von der Politik im Stich gelassen. Sie sahen sich als Spielball mächtiger Politiker und hatten nach wie vor Angst vor der Zukunft. Hinzu kam, dass sie sich von der einheimischen Bevölkerung nicht angenommen fühlten. Beschimpfungen wie Rucksack-Deutsche oder Sau-Flüchtlinge machten noch nach Jahren die Runde.

Im Alter von 13 Jahren haben mich die Umstände des Lebens aus meiner Kindheit gerissen. Ich musste nach dem ausdrücklichen Willen meiner Mutter einen technischen Beruf erlernen, obwohl mir das nicht lag. Ich hatte jedoch keinerlei Mitspracherecht. Auch wenn ich immer wieder beteuerte, dass mich Elektrotechnik nicht interessiere und ich diesen Beruf nicht erlernen wolle, wurde ich von meiner Mutter massiv gedrängt, diese dreijährige Lehrzeit zu beginnen, damit ich einen soliden Berufsabschluss habe, wie sie sagte. Der Gedanke, diese Lehre anzutreten stimmte für mich überhaupt nicht. Ich wurde gezwungen, einen Beruf zu erlernen, der nicht zu meinen Vorstellungen passte. Doch es blieb mir nichts anderes übrig, als meine unguten Gefühle hintenan zu stellen und mich dem Druck meiner Mutter zu beugen. Vielleicht habe ich diese Lehre meiner Mutter zuliebe begonnen, vielleicht war es auch aus Angst vor Schlägen, sollte ich mich weigern. Ich war halt ständig auf der Suche nach Anerkennung, Lob und Streicheleinheiten.

Nachdem ich mein 40. Lebensjahr überschritten hatte und die von mir gegründete Ingenieurgesellschaft seit Jahren erfolgreich und etabliert am Markt agierte, wurde ich von Vertretern des örtlichen Rotary Club sowie des örtlichen Lions Club angesprochen, ob ich Mitglied werden möchte. Von beiden Seiten wurde mir mitgeteilt, dass ich von meiner beruflichen und persönlichen Qualifikation her in ihre Clubgemeinschaften passen würde. Ich erbat mir Bedenkzeit, da ich mich mit den Zielen der Clubs vertraut machen wollte. Während dieser Bedenkzeit wurde ich unverhofft von einem langjährigen Mitglied der Schlaraffia Porta Hercyniae in Pforzheim, Herrn Wolfgang Leppert, angesprochen, ob er mein Interesse wecken könne, der Schlaraffia beizutreten. Er erklärte, dass seine Frau mich empfohlen hätte, die mich, wie er sagte, bei einem Seminar in englischer Sprache als humorvollen Menschen kennen gelernt habe.