Gedanken zum Jahreswechsel.
Es ist der 6. Januar 2026, der Tag des Dreikönigsfestes. Ich genieße das Tripelkonzert von Ludwig van Beethoven und bedanke mich für die vielen Wünsche zum neuen Jahr, die ich von Freunden, Bekannten, ehemaligen Mitarbeitern und Geschäftsfreunden erhalten habe. Wie jedes Jahr geht es bei diesen Wünschen stets um Frieden, Wohlergehen, Gesundheit und ein langes Leben. Wenn ich dann an meine persönlichen Wünsche denke, frage ich mich, auf welche Veränderungen wir uns einstellen und welche Vorbereitungen wir dafür treffen müssten. Ich lasse meinen Gedanken freien Lauf und konzentriere mich auf das, was mir mein innerer Helfer dazu sagt.
Jede Zeit stellt uns vor ihre eigenen Herausforderungen und bringt Veränderungen mit sich. Kaum hatten wir die Schrecken der Coronazeit hinter uns gelassen, da kam mit dem bis heute andauernden russischen Angriffskrieg auf die Ukraine schon das nächste Übel. Tausende Soldaten sowohl auf der ukrainischen wie auf der russischen Seite wurden getötet, Millionen Menschen verließen ihre bisherige Heimat und suchten Schutz in Deutschland. Auch im Gazastreifen ist die humanitäre Lage weiterhin katastrophal. Es herrschen Verzweiflung, unvorstellbares Leid, Hunger und immer noch kein Frieden. Wegen der kriegerischen Auseinandersetzungen auf unserer Welt gibt es Millionen von Flüchtlingen und Vertriebenen, denen wir hier aus Deutschland kaum helfen können. In Berlin mussten mehr als 100.000 Menschen ohne Strom und Heizung bei Minustemperaturen ausharren. In der Sparkasse in Gelsenkirchen entstand durch einen Einbruch in eine Safe Anlage ein Millionenschaden. In der Schweizer Gemeinde Crans-Montana starben bei einem Brandinferno in einer Bar 40 junge Menschen und über 100 Menschen wurden schwer verletzt und schweben noch in Lebensgefahr. Auf der ganzen Welt herrscht eine große Kinderarmut, viele Kinder sterben an Unterernährung. Und was Amerika unter der Herrschaft von Präsident Trump in Venezuela unternimmt, war bis vor kurzem einfach unvorstellbar. Auch in Deutschland steht nicht alles zum Besten. Die Wirtschaft ist im Keller, die Arbeitslosigkeit nimmt weiter zu und die Kosten für Rente und Pflege sind bald nicht mehr zu erwirtschaften. Hinzukommen hohe Lebenshaltungskosten einschließlich der gestiegenen Lebensmittelpreise, die für viele Menschen besorgniserregend sind. Vom Staat gibt es immer weniger Unterstützung, auch, weil künftig deutlich mehr in die Verteidigung unseres Landes investiert werden muss.
Das alles sind Probleme, auf die ich persönlich so gut wie keinen Einfluss habe und an denen ich auch nichts ändern kann. Letztendlich kann ich mich nur auf mich selbst konzentrieren und versuchen herauszufinden, was ich bei mir persönlich verbessern könnte, um all den kommenden Veränderungen und Ereignissen gewachsen zu sein. Ich formuliere also Wünsche an mich selbst und hoffe, dass im neuen Jahr oder in der Zukunft vieles davon in Erfüllung geht.
So wünsche ich mir beispielsweise, dass ich gelassen auf alle Veränderungen in meinem Leben reagieren kann. Und dass ich erkennen kann, wo ich alleine für die Veränderungen bei mir zuständig bin. Ich will Frieden schließen mit meiner Vergangenheit, damit ich mir die Zukunft nicht vergifte. Ich will mich nicht mehr aufregen über das, was andere über mich denken und sagen, denn mein Glück beginnt in mir und nur ich selbst trage dafür die Verantwortung. Ich will mich auch nicht mehr mit anderen vergleichen, denn mir reicht alles, was ich habe und auch kann. Wo ich helfen kann, werde ich helfen. Aber ich muss auch sicher sein, dass meine Hilfe erwünscht ist. Nicht jeder will von meinen Erfahrungen profitieren. Ich muss akzeptieren lernen, dass andere vielleicht lieber ihre eigenen Erfahrungen machen möchten. Ich will niemandem meine Meinung aufdrängen, mich mehr zurückhalten und dem Drang widerstehen, überall mitreden zu wollen. Ich will nicht urteilen, ob etwas gut ist oder böse, sondern erkennen, dass es womöglich nur anders ist. Ich will mich auch nicht über eine Enttäuschung ärgern, sondern erkennen, dass es das Ende meiner eigenen Täuschung ist. Nichts, aber auch gar nichts darf meine innere Harmonie stören. Ich will meine Seele pflegen, indem ich jede Aufregung und jeden Ärger von ihr fernhalte. Ich will viel Heiterkeit in meine Seele einfließen lassen und dabei täglich viel lachen. Ich will meinen Körper mehr bewegen und insbesondere meine Muskulatur stärken. Mit der Kraft meiner positiven Gedanken will ich meine Gesundheit pflegen und erhalten. Ich will mein Gedächtnis trainieren, aber auch akzeptieren, dass ich mit zunehmendem Alter vergesslicher werde. Ich will damit aufhören, mehrere Themen oder Dinge gleichzeitig zu erledigen, das Verzetteln muss ein Ende haben. Meine bisher praktizierte Großzügigkeit gegenüber anderen will ich jedoch ohne Vorbehalte auch weiterhin beibehalten.
Ich wünsche mir, dass ich öfter schweigen kann, wenn ich erkenne, dass meine Worte Schaden anrichten könnten. Und ich wünsche mir, dass ich von Zeit zu Zeit auf mein bisheriges Leben zurückblicke, um zu erkennen, ob ich mir selbst unnötigerweise Steine in den Weg gelegt habe und immer noch versuche, Dinge festzuhalten, die ich vielleicht schon lange verloren habe.
Denn die Kunst des Neuanfangs liegt darin, das Alte loszulassen und Platz für Neues zu schaffen. Und das wünsche ich mir.
