Denken bestimmt das Leben

Ich sitze zu Hause in meinem Büro und freue mich, dass ich in diesem schönen und wohlhabenden Deutschland leben kann. Ich denke nach über mein Leben, lasse die jüngsten Gespräche mit guten Freunden Revue passieren, die noch nicht im Ruhestand sind, und die aufgrund der politischen Verhältnisse in unserem Land mit vielen Sorgen und Nöten umzugehen haben. In solchen Momenten spüre ich große Dankbarkeit für meine jetzige Lebenssituation. Ich freue mich, dass ich mit den wenigen Möglichkeiten, die mir als Kind zur Verfügung standen, mein Leben in recht erfolgreiche Bahnen lenken konnte – und das oft ohne fremde Hilfe.

Ich habe meine Lieblingslektüre zur Hand: K.O. Schmidt; Wer denkt, er kann, der kann! Dieses Buch hat mich über Jahre begleitet, ich verdanke ihm eine Menge wertvoller Impulse. Wenn ich – wie eben – in den Nachrichten höre, dass in Deutschland jedes fünfte Kind von Armut betroffen ist, dann schrillen bei mir alle Alarmglocken. Wie kann es sein, dass in einem so reichen Land wie dem unseren Millionen Menschen von Armut betroffen sind? Nachrichten wie diese lassen mich aufhorchen, weil auch ich während meiner Kindheit und Jugend in bitterarmen Verhältnissen leben musste. Ich erinnere mich beispielsweise, wie ich mit meiner eineinhalb Jahre jüngeren Schwester oft über Wiesen ging und wir uns dort den Hunger mit Sauerampfer gestillt haben. Zu Hause gab es nur wenig zu essen. Unsere Mutter musste mit 20 Mark pro Woche eine sechsköpfige Familie ernähren. Ich litt so starken Hunger, dass ich mich öfters verzweifelt fragte, ob es nicht besser wäre, dieses armselige Leben vorzeitig zu beenden. Aber dann kam mir ein Satz meines Großvaters in den Sinn: „Denke jede deiner geplanten Taten bis zum Ende, bevor du sie umsetzt. Du tust es dann entweder richtig oder du tust es nicht.“ Dieser Satz gilt auch heute noch für mich, er hat in all den Jahren nichts von seiner Aktualität verloren. Genauso wenig wie der bezeichnende Titel von K.O. Schmidt; Wer denkt, er kann, der kann!. Diese Lektüre möchte ich jedem zur Selbsthilfe ans Herz legen. Ich habe daraus gelernt, dass Not und Armut heilbar sind. Denn es ist unser Denken, das unser Leben und unser Schicksal bestimmt.